Nur mal so zur Info:
bin mehr da
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als hier.






Sehe dort auf flikr gerade aktuell Fotos aus Marl. Mein erstes mal Marl, war vor Jahren atmposphärisch unvergesslich. Ich wollte - natürlich - zum Museum Glaskasten im Keller des Marler Rathauses. Unter dem Luftkissendach des Einkaufscenters heraustretend sah ich die betongraue Marler Planstadtidylle zum ersten Mal in Farbe. Kinder mit Wanderungsgeschichte kurvten waghalsig auf Fahrrädern durch ihr Revier, fettige Ruhris strotzen mit Plastiktüten zwischen den Werken international bekannter Bildhauer hindurch, und direkt vor dem Eingang des Museums war eine große Bühne aufgebaut. Der örtliche Schützenverein feierte hier irgendetwas und präsentierte sich. So war mein gesamter Aufenthalt in Marl von regelmäßig laut dröhnenden Gewehrschüssen durchsetzt wie von sehr groben Nadelstichen... Ich kann Marl nur empfehlen.


Waruzm nur das arme kleine Marl (und seine Bewohner!) so viel Hass und Häme auf sich ziehen!? (Bei flickr treffe ich auch auf solche Fälle.)Da gäbe es doch ganz andere Kandidaten.
Marl ist im Ruhrgebiet das letzte stadtplanerische Experiment in den 60er und 70er Jahren, der Versuch eine neue Stadtmitte aus einem Guss zu planen. Durchgrünt und z.B. mit einem frühen Versuch, Radwege möglichst kreuzungsfrei durchs Stadtgebiet zu ziehen. Außerdem steckt es besonders in der Mitte voller architektonischer Schmankerln. Es hat mit dem Glaskasten eine famoses Skulpturenmuseum, das weit in die Stadt ausstrahlt. Mittlerweile durch Geldmangel eingetretene Vernachlässigung öffentlicher Gebäude kann man den Marlern nicht allein anrechnen, das haben die zu verantworten, die die kommunalen Finanzen bundesweit ruinieren.
Heute haben die Stadtplaner andere Moden, 'Urbanität' ist da so ein Stichwort. Nochmal 50 Jahre weiter hat sich dann alles relativiert.
Den Marlkritikern empfehle ich einen Ausflug nach Marl-Sickingmühle, da ist alles "idyllisch": flächendeckend Reihenhäuschen mit Gärtchen.


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Dieses Bild - das kann wirklich nur in Deutschland entstanden sein. Ich glaub, ich keinem anderen Land gäbe es genau diese hochspezifische Zusammenstellung aus Bodenbelag, Wandbehandlung, Metallgeländer mit Gummiauflage, Glasdekorsteinen und diesem ... Dingen da.


Ich stell das Foto auch mal hier rein, damit man weiss, wovon die Rede ist. ( Und einen gezielten Link zur großen Version : www.flickr.com )
Zur Sache selbst: ich bin eigentlich ganz selten in privaten Treppenhäusern außerhalb Deutschlands, so kann ich das mit dem typisch deutschen Aussehen nicht beurteilen. Dies Treppenhaus ist jedenfalls original 70er Jahre, seitdem nix geändert. Nur der Blumentopf ist 21. Jhdt., zeigt aber - in Kombination mit dieser Pflanze drin - dass Schönheitsvorstellungen und Lebensgefühl von damals weiterbestehen, leicht angepasst. Tja.